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36167 Nüsttal-Hofaschenbach

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Geschichte

Eingebettet in die waldreiche Landschaft der Vorderrhön liegen im Herzen des Hünfelder Landes die acht malerischen Dörfer der Gemeinde Nüsttal, die sich 1972 im Zuge der Gebietsreform zu einer neuen zusammengeschlossen haben. Die Ortsteile Gotthards, Morles, Rimmels und Silges liegen im landschaftlich reizvollen Nüsttal, nach dem die Gemeinde benannt ist, die Ortsteile Hof-, Mittel- und Oberaschenbach im Tal des Aschenbaches, der in die Nüst mündet; der Ortsteil Haselstein liegt am Fuße des Schloßberges mit Burgruine. Fünf Dörfer grenzen mit ihren Gemarkungen in einer Gesamtlänge von rund 10 Kilometern unmittelbar an die Landesgrenze zwischen Hessen und Thüringen.

Die acht Dörfer mit einer Gebietsfläche von 45 qkm zählen heute ca. 2.818 Einwohner.

Hofaschenbach

Hofaschenbach(570 Einwohner, 537 ha) ist der Hauptort der Gemeinde und Pfarrdorf. Die Dörfer Morles, Mittelaschenbach und Oberaschenbach sowie die Filialgemeinden Rimmels und Silges gehören zur Pfarrei Hofaschenbach. Hofaschenbach ist eines der ältesten Dörfer der Gemeinde Nüsttal. Es erscheint erstmals in den Güterverzeichnissen des Klosters Fulda aus der Zeit um 1015 ("Escinebach" = Siedlung am Eschen-Bach). Als spätestes Datum ist der Zeitraum Mitte des 12. Jahrhunderts, vermutlich etwa 1152 - 1160 heranzuziehen.

Durch das Dorf führte ein frühgeschichtlicher Verbindungsweg von Fulda nach Geisa. Hofaschenbach war ursprünglich Hauptort eines 1298 erst genannten fuldischen Gerichtes. Der Amtssitz wurde später nach Mackenzell verlegt, während das Zehntgericht noch länger in Hofaschenbach gehalten wurde. Eine Adelsfamilie von Eschenbach erscheint erstmals 1186. 1802 zählt das Dorf zum fuldischen Oberamt Mackenzell.

Kirchlich war Hofaschenbach wohl ursprünglich Filiale der Hünfelder Stiftspfarrei. Im Jahre 1418 bestand eine eigene Pfarrei im würzburgischen Landkapitel Geisa. Heute gehört die Pfarrei mit den Filialen Morles, Rimmels und Silges zum Dekanat Hünfeld. Die mittelalterliche Kirche brannte 1672 ab und wurde ab 1685 wieder aufgebaut. Neubauten erfolgten 1826 und 1955. Als Kirchentitulare werden seit 1681 die Heiligen Petrus und Paulus genannt (29.06). Im Jahre 1982 und 1987 führte die Pfarrei umfangreiche Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche durch. 1988 erhielt Hofaschenbach eine neue Orgel. Die 14 Nothelferkapelle steht seit 1744 auf dem Kapellenberg. Seit Bestehen der Großgemeinde ist Hofaschenbach Sitz der Gemeindeverwaltung. Ebenso befindet sich hier die Grundschule mit den Jahrgangsklassen 1 bis 4.

Oberaschenbach

(47 Einwohner, 220 ha) liegt am Oberlauf des Aschenbach, nordöstlich Hofaschenbach. Es erscheint erstmals in einer Fuldaer Stiftsurkunde des Jahres 1290 ("Oberaschenbach" = Siedlung am oberen Eschen-Bach). Begütert waren neben dem Kloster Fulda die Herren von Buchenau. Das Dorf gehörte zum Gericht Hofaschenbach und dann bis 1802 zum fuldischen Oberamt Mackenzell. Eine einfache Backstein-Kapelle um 1896 mit Spitzbogenfenster und neugotischem Altärchen steht am nordöstlichen Ortsausgang. Dort steht auch unter einer Lindengruppe ein Steinkruzifix mit Relief der erhöhten Schlange und Postament-Inschriften.

Mittelaschenbach

(273 Einwohner, 559 ha) liegt am Zusammenfluß von Aschenbach und Elsbach nordöstlich von Hofaschenbach. Der Ort, durch den ein frühgeschichtlicher Weg von Geisa nach Fulda lief, wird erst in den fuldischen Steuerlisten des Jahres 1510 von Hofaschenbach unterschieden ("Mitteleschenbach" = Siedlung am mittleren Lauf des Eschen-Bachs). Begütert waren auch die Herren von Buchenau. Mittelaschenbach zählte zum Gericht Hofaschenbach und später 1802 zum fuldischen Oberamt Mackenzell.

1844 wurde am Abhang des Linsberges westlich des Ortes eine Kapelle St. Laurentius errichtet. Neben der Kapelle steht eine steinerne Kreuzigungsgruppe aus dem Jahr 1860.

Das Dorf hat seine landwirtschaftliche Struktur noch weitgehend erhalten, verfügt aber über ein schön gelegenes Neubaugebiet.

Von der hochgelegenen Bergkapelle am Linsberg bietet sich dem Wanderer ein freier Blick auf die Hochrhön und weite Teile des Nüsttales. Die Magerrasenlandschaft ist Zeuge der kulturhistorisch landwirtschaftlichen Nutzung.

Morles

(552 Einwohner, 583 ha) liegt an der Mündung des Aschenbaches in die Nüst, südlich Hofaschenbach. Das zweitgrößte Dorf der Gemeinde Nüsttal ziert in der Dorfmitte eine moderne Kirche, die im Jahre 1964 anstelle einer barocken Kapelle aus dem Jahre 1650 erbaut wurde. Neben der Kirche steht das prächtige Fachwerkhaus aus dem Jahre 1774, die "Vogelswirtschaft".

Morles erscheint erst in den Zinsregistern des Amtes Mackenzell aus dem Jahre 1510, ist aber sicher älter ("Morles" von Moroltes = Siedlung des Morolt!). Neben dem Kloster Fulda und den Kollegialstiften Hünfeld und Fulda waren die Herren von Schenkwald und von der Tann zeitweise begütert. Das Dorf gehörte zum Gericht Hofaschenbach und bis 1802 zum fuldischen Oberamt Mackenzell.

Kirchlich ist Morles schon immer Filiale der Pfarrei Hofaschenbach. Eine um 1650 erbaute Kapelle wurde beim Bau des jetzigen Gotteshauses 1963 abgerissen. Sie war schon 1656 dem heiligen Nikolaus (06.12. Titularfest) geweiht.

Rimmels

(279 Einwohner, 339 ha). Durch den Ort verlief ein frühgeschichtlicher Verbindungsweg von Fulda nach Geisa. Urkundlich erscheint Rimmels erstmals im Jahre 1410, als ein Berto von Rymundes, als Zeuge einer Schenkungsurkunde an das Kollegialstift Hünfeld auftritt ("Rymuntes" = Siedlung des Rihmunt). 1309 wird ein "Minor - Rimundis" genannt, wohl die spätere Wüstung Oberrimmels ("Oberrymonts" 1410), die mit Unterrimmels zusammengewachsen ist.

1752 entstand die barocke Brücke über die Nüst, eine der schönsten Brücken des Fuldaer Landes. Das Dorf gehört zunächst zum fuldischen Gericht (Hof-)Aschenbach und später bis 1802 zum Oberamt Mackenzell. Kirchlich ist Rimmels schon immer die Filiale der Pfarrei Hofaschenbach; eine Kapelle des heiligen Antonius des Einsiedlers bestand 1656. Neubauten erfolgten 1711 und 1886. Ein umfangreicher Erweiterungsbau wurde 1973 durchgeführt. Besondere Feiertage: St. Antonius der Einsiedler (17.01., Titularfest) und St. Wendelinus (seit 1764 verlobt). In den Jahren 1984 und 1986 wurde Rimrnels als "Schönstes Dorf Hessens" ausgezeichnet. Im Jahr 1987 erhielt Rimmels im Bundesentscheid eine Silberplakette.

Silges

(375 Einwohner, 380 ha), liegt am mittleren Lauf der Nüst, westlich Hofaschenbach. Durch den Ort führte eine frühmittelalterliche Straße von Fulda nach Geisa. Ein aus der Hallstattzeit stammendes Urnenfeld beweist, dass Silges schon 400 Jahre vor Christi Geburt bewohnt war. Die Siedlung war aber in der sogenannten Völkerwanderung aufgegeben worden.

Das Dorf erscheint erstmals in einer Urkunde des Fürstabts Heinrich von Weilnau aus dem Jahr 1300, durch die bestimmte Einkünfte an das Klosterkonvent überwiesen wurden. (Selches, Silges = Siedlung des Siegwolf ? oder von Sel, Sal = Weideland ?) Begütert waren zeitweise auch die Herren von Wolferts und von Buchenau. Im Jahre 1510 werden Über- und Niedersilges unterschieden. Silges gehörte zunächst zum Gericht (Hof-) Aschenbach. Kirchlich ist Silges schon immer Filiale der Pfarrei Hofaschenbach. Eine Kapelle bestand 1656 und wurde beim Bau der jetzigen Kirche abgerissen und 1888 neugotisch erbaut. Besondere Feiertage: St. Odilia (13.12.,Titularfest).

Im Jahre 1977 wurde Silges als Bundessieger im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" ausgezeichnet. Bereits 1976 war Silges Landessieger. Herausragend und ein absolutes Highlight waren die Feiern zum 700 jährigen Bestehen von Silges. 10.000 Gäste kamen am 13. August 2000 nach Silges, um den stehenden Festzug zu bewundern.

Gotthards

(375 Einwohner, 681 ha), liegt am Oberlauf der Nüst nördlich Schwarzbach. Es erscheint urkundlich erstmals im Jahr 1343 als der Fuldaer Fürstabt Heinrich von Hohenberg das Dorf an Trabodo von Steinau verkaufte ("Goßharts" oder "Gotzharts" = Siedlung des Gotthard). Der Ort zählte bis 1802 zum fuldischen Oberamt Bieberstein.

Im Mittelalter war Gotthards Pfarrei im würzburgischen Landkapitel Geisa (1453 und noch 1480). Später wurde der Pfarrsitz nach Schwarzbach verlegt, wozu Gotthards heute als Filiale gehört. Eine Kirche war vor 1656 abgebrannt und 1681 wieder aufgebaut worden. Als Titulare waren die Apostel Matthias, Mutter Anna, Wendelin, Barbara und Maria (Altar!) angegeben. Heute gilt Mutter Anna als Titular (26.07.). Die katholische Filialkirche St. Anna ist ein schlichter Rechteckbau in nachgeahmter Gotik aus dem Jahre 1888. Der Altarraum ist jedoch das Schiff der alten Kapelle, und der Kirchturm ist Teil eines Vorgängerbaues aus dem Mittelalter. Neben der Kirche stehen das erneuerte Backhaus und das neue Feuerwehrgerätehaus. Das Dorf ist bekannt für seine ausgezeichnete Gastronomie und den Fremdenverkehr.

Nach Georg Landau (1) wird der Weiler Kermes als "villa kesemars" (= Siedlung des Kesmar) im Jahre 1334 erstmalig erwähnt, und es wird eine Mühle in "Kesemartes" genannt.

Haselstein

(347 Einwohner, 461 ha) erscheint erstmals in der Grenzbeschreibung der Mark Rasdorf um 780/781 ("Haselachastein" = Stein, Fels an der Hasel; Haselstrauch oder Personenname "hasili" oder "asala" = vordeutscher Flußname). Haselstein liegt am Fuß des steilen Phonolitfelsens, auf dem bereits um 950 eine Ritterburg errichtet worden war und von der heute noch eine Ruine übriggeblieben ist. Das Dorf wurde 11 56 vom tatkräftigen Fuldaer Abt Marquard I. gegründet, und es besaß sogar Marktrechte. Haselstein war Sitz eines fuldischen Amtes, und im früheren Schloß aus der Renaissancezeit (erbaut 1546) ist heute eine Behindertenwerkstatt des Caritasverbandes der Diözese Fulda untergebracht.

Kirchlich war Haselstein ursprünglich Filiale der Pfarrei Rasdorf, 1291 wurde Haselstein selbständige Pfarrei. Die heutige Kirche wurde 1732 erbaut und 1746 konsekriert, die Seitenaltäre zu Ehren Mariä Himmelfahrt und Johannes Nepumuk. Besondere Feiertage: Hl. Mauritius (22.09., Titularfest).

Heute ist der Ortsteil Gotthards Schwerpunkt des Fremdenverkehrs in der Gemeinde Nüsttal, anerkannter Erholungsort, mit seinem beheizten Freibad und großen Spielplätzen. Gut markierte Wanderwege befinden sich in allen Dörfern. Mit Hilfe des Naturparks Hessische Rhön wurden in Hofaschenbach mit dem Ulmenstein, dem Jungfernbörnchen in Silges und dem Nässeteich in Rimmels anziehende Naherholungseinrichtungen geschaffen, beliebte Wanderziele für Jung und Alt.